Archiv für Februar 2012

Neue Sicht der Dinge

5. Februar 2012

Vor gut 40 Jahren: Wie gut erinnere ich mich an ihn, den begeisterten Hobbyfotografen. Wir Kinder mussten uns möglichst zusammengerückt aufstellen und … warten, er nestelte nervös an seinem – damals natürlich noch analogen – Fotoapparat herum und wir mussten weiter herumrücken und warten, und er nestelte wieder und wir rückten weiter und warteten wieder, bis es (ihm) passte. Seine Hosen waren ausgebeult, weil sich links und rechts in den Taschen Filme und allerlei Fotozubehör stauten. Irgendwie ein Bild des Jammers.

Und nach endlosem Warten wiederholte sich die Prozedur, weil er wieder einmal keinen Film eingespannt hatte.

Das soll gar nicht despektierlich klingen, nur: Seit damals war Fotografieren für mich selbst unvorstellbar, Fotografen schienen mir ein eher skurriles Völkchen zu sein, unendlich viele Urlaubsfotos bei Freunden zu betrachten (samt ihrer akribischen Erklärungen) nervte nur. Spätere Versuche mit billiger Digitalkamera und Automatikmodus bestätigten meine Überzeugung, dass Fotografieren nicht das Meine ist.

Die Zeiten ändern sich, mein Entschluss reifte lange, kurz: seit Herbst 2011 hab ich ein neues Hobby. Die Entscheidung mit dem Fotografieren zu beginnen hat ein bisschen mit Anforderungen an die linke und rechte Gehirnhälfte zu tun, viel mit Entschleunigung und vor allem mit dem Schönen und Ästhetischen.

Aufgang zur Synagoge im jüdischen Museum Eisenstadt

Ein lieber Freund und guter Fotograf riet mir erst eine Kamera zu kaufen und dann einen Kurs zu belegen, im örtlichen Fotoclub wurde ich herzlich aufgenommen. Die ersten fotografischen Gehversuche waren peinlich, für Dezember buchte ich den Basiskurs der Prager Fotoschule.

Wir waren eine sehr nette Gruppe von 7 Teilnehmerinnen/Teilnehmern, der Kursleiter, Ralph Nachtmann, ein ausgesprochen kompetenter und liebenswürdiger Lehrer. Ich kann und möchte den Kurs wärmstens empfehlen!

Ralph Nachtmanns Angebot an uns, ihm Fotos für die “Galerie der Absolventen” seiner Website zu schicken, kam ich einen Monat später nach mit der Bitte um Auswahl und Feedback meiner Fotos. Und freue mich nicht nur über die für mich sehr wichtige Kritik, sondern auch, dass einige meiner Bilder es tatsächlich geschafft haben!

Hier sind sie zu sehen, meine Fotos

Die Zeit verändert nicht nur uns, sondern auch die Sicht der Dinge … das Fotografieren wird langsam zur Leidenschaft und so nerve nun eben auch ich nicht nur mein menschliches Umfeld (off- und online), sondern sogar meine Pelzigen auf unseren Waldrunden ;-)

Paris und Bel Ami im Wald