Am 12. Juli vor 120 Jahren wurde Anton Kuh geboren.
Beim Verlassen eines Hotels, in dem man gewohnt, eines Lokals, in dem man geweilt hat, schiebt sich nach der Abfertigung der verschiedenen Personen, die einem Aufmerksamkeiten erwiesen haben und demgemäß honoriert werden wollen, immer ein Unbekannter näher und raunt einem etwas dicht an’s Ohr. Fragt man ihn ungeduldig, was denn los sei, so wiederholt er die Anfangsworte eines Satzes: “I bin der, der was …” (Ergänze: “… das Auto geholt hat”; … “auf das Gepäck während Ihrer Verhandlungen mit dem Portier Acht gegeben hat” usw.) Der, der was – ist der österreichische Zwischenverdiener. Da das Land überwiegend aus Zwischenverdienern besteht, so wundere man sich nicht über ihre Zahl …
Anton Kuh, Zeitgeist im Literatur-Café. Feuilletons, Essays und Publizistik, Wien 1983, 82.
In der Volksschule mussten wir 10 Groschen in eine Klassenkasse zahlen, wenn wir “der, der was … oder die, die was … oder das, das was … ” sagten.
Ich habe meine Volksschullehrerin allerdings unterschätzt, weil ich dachte, sie wollte uns nur richtiges Deutsch beibringen …
