Das Wort “Experten” löst in mir oft Hysterie, meist jedoch allerhöchstes Misstrauen aus, manchmal beunruhigt mich allein schon die Ankündigung von Experten. Zumindest dann, wenn das Wort außerhalb eines engeren wissenschaftlichen Kontextes gebraucht wird.
Es mag die inflationäre Handhabung des Wortes sein, kein Tag vergeht, an dem ich nicht von irgendwelchen Projekten lese, die von Experten, oft sogar von Top Experten geleitet oder begleitet werden.
Wie so oft, hilft mir auch die Wikipedia nicht wirklich weiter, ein
Experte, von lateinisch expertus ‘erprobt’,
so lese ich dort,
ist eine Person, die über überdurchschnittlich umfangreiches Wissen auf einem oder mehreren bestimmten Sachgebieten … verfügt.
Mein Unverständnis mag im häufig vergeblichen Suchen nach dem überdurchschnittlichen Wissen der sogenannten Experten begründet sein und es will mir auch nicht in den Sinn, worin der Unterschied zwischen Experten und Top Experten (googlen Sie einmal danach) liegt (nein, ich spreche nicht vom Astrokanal ;-) )? Und wer bestimmt eigentlich, wer wofür Experte oder gar Top Experte ist?
Im Lateinunterricht lernten wir, dass es in der Aeneis von Vergil heißt
Credo experto
also
Glaubt dem Erfahrenen, glaubt dem, der etwas selbst erprobt hat
Das will mir aber heute oft nicht mehr so recht gelingen …
PS: Ich bitte ausnahmsweise um Verzeihung für den Verzicht auf Gendering.
am 10. November 2009 um 07:14 Uhr:
experten erkennt man vermutlich daran, dass sie sich selbst nicht als solche bezeichnen würden …