Daniel Barenboim – so schreibt er in seiner Autobiografie – lernte 1954 in Salzburg Wilhelm Furtwängler kennen. Dieser wurde ihm zu einem großen Förderer und lud ihn u.a. ein, mit den Berliner Philharmonikern zu spielen. Barenboims Vater lehnte ab, weil er – wie der Sohn vermutet -, nach “all den Grausamkeiten, die den Juden widerfahren waren”, (noch) nicht nach Deutschland fahren wollte.
Danach folgt eine bemerkenswerte Anmerkung in Klammern:
Es war mir immer ein Rätsel, wieso es zu dieser Zeit keine diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland gab, wohl aber zwischen Israel und Österreich. Irgendwie haben die Österreicher es zustande gebracht, die Welt davon zu überzeugen, dass sie Opfer Hitlers und der Nazis waren. Die Österreicher sind wirklich die schlauesten Leute der Welt: Sie haben es fertig gebracht, Beethoven zu einem Österreicher zu machen und Hitler zu einem Deutschen.
Daniel Barenboim. Die Musik – mein Leben, Berlin 2004, 46